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Gartenstadt

Veranstaltung der Volkssolidarität Gartenstadt vom 31.01.2020

Jörg Gudzuhn - aus dem literarischen Schaffen von Stefan Heym und Heinrich Böll

 

Bevor wir in die Thematik der Veranstaltung eintreten, wollen wir nicht vergessen, ein langjähriges aktives Mitglied unserer Volkssolidarität, Hannelore Schlickeiser, zu erwähnen, leider diesmal in einer bitteren und traurigen Angelegenheit, denn Hannelore Schlickeiser wird nicht mehr unter uns weilen, da ihr Lebensweg plötzlich und unerwartet zu Ende ging.

Zum Thema der Veranstaltung übergehend ist zu sagen, dass Herr Jörg Gudzuhn wieder etwas aus dem literarischen Schaffen Stefan Heyms vorlas. In „Immer sind die Männer schuld“ werden die kleinen Irrtümer und Mißverständnisse wiedergegeben, die durch Männer verursacht werden, sehr zum Ärgernis der Frauen. In sehr großer Ausführlichkeit wird beschrieben, wie sich Mann und Frau im eigenen Haus fühlen, mit ihren Sorgen und Ängsten, wobei es vor allem auch um die Sicherheit bei Tag als auch in der Nacht sowie um angenehme Nachbarschaft geht.

Ein Ehepaar, sparsam und überlegend jeden Schritt, Erholung auf der eigenen Terrasse vorziehend, sittsam und bescheiden, in den Abendstunden den Sternenhimmel mit dem Kometen „Hale-Bopp“ beobachtend, steht im Mittelpunkt der Geschichte.

Es ist freudig erregt darüber, dass es ihnen gelingen sollte, ihre Türen besonders abzusichern, auch mit Sicherheitsglas und einem griffbereiten Sicherheitsschlüssel, so dass der häusliche Frieden gewährleistet ist. Somit ist vom Glücklichsein im eigenen Heim die Rede. Der Komet „Hale-Bopp“ leuchtete ihnen dazu.

Auch hörten wir davon, dass Frauen den Ehrgeiz haben, aus ihrem Ehepartner einen sehr patenten und liebenswerten Menschen zu machen, fast fehlerfrei, der niemals krümelt beim Essen, keine Flecken auf seine Garderobe macht, seinen Garten pflegt und darüber hinaus die öffentliche Meinung vertritt, dass man gegen die Verschmutzung der Gewässer und viele andere Mißstände

auftreten sollte, sich also gesellschaftlich zu engagieren habe.

Der in diesem Zusammenhang genannte Autor ist uns bereits aus mehreren Lesungen bekannt.

Wir hören immer wieder gern die Schilderungen seiner Umwelt und seiner Erlebnisse.

Die Veranstaltung endete mit einem kleinen Einblick in das literarische Schaffen Heinrich Bölls, dessen Lebensetappe begrenzt ist von 1917 bis 1985. Er ist ein deutscher Erzähler, der Erlebnisse und Eindrücke der Nachkriegszeit schildert. In der Geschichte geht es um eine henkellose Tasse, die mit auf Reisen geht, vielseitig Verwendung fand und genauso geschätzt wurde wie andere wertvolle Gegenstände, die in Vitrinen zu sehen sind.

So hat in einer bitteren Zeit auch eine Tasse ohne Henkel ihren eigenen Wert, jedoch der Blick für besonders schöne Kunstgegenstände ist häufig getrübt.

Die Spatzen mit ihrem Geschimpf werden, wie auch heutzutage mitunter, als Plage dargestellt.

Die Sehnsucht nach harmonischem Gesang, wodurch sich humanes Denken entwickelt, wird zum Gebot der Zeit.

Die Lesung erhielt viel Zustimmung. Herrn Jörg Gudzuhn wurde für seinen guten Vortrag herzlich gedankt.

 

H. Sommer